Trauerkultur im Fußball

Samstagnachmittag 15.30 Uhr in den 1980er Jahren.

Mein Vater fegte den Hof, putzte das Auto oder werkelte in der Garage, mit dabei war immer das Radio. Es lief die Liveübertragung der Bundesligaspiele. Damals war dies die einzige Möglichkeit, live die Bundesligaspiele zu verfolgen.

Längst vergessene Namen wie Bayer Uerdingen und Waldhof Mannheim schallten durch die Nachbarschaft, die sich mehr oder weniger freiwillig mit dem samstäglichen Open-Air -Bundesligaradio abgefunden hatten.

Heute ist mein Vater schon einige Jahre tot, die Fußballanstoßzeiten sind nicht mehr nur am Samstag um 15.30 Uhr und die Übertragung im Radio gibt es zwar noch, doch sie scheint angesichts der modernen Medien in die Jahre gekommen zu sein. Bayer Uerdingen und Waldhof Mannheim sind heute vielen unbekannt, genauso wie den neuen Nachbarn das Open-Air- Bundesligaradio meines Vaters.

Auch wenn heute alles anders ist, so sind mir doch meine ganz persönlichen Erinnerungen an die gemeinsamen Fußballzeiten mit meinem Vater geblieben. Fußball ist somit auch Erinnerungskultur – Erinnerung an verstorbene Menschen. In keinem anderen Lebensbereich scheint der Tod, der auch heute noch für viele ein Tabu ist, so präsent zu sein wie im Fußball.
Seit 2006 sammle ich Artikel, Fotos, Aufsätze, Zitate etc., die sich mit Fußball und Tod und Trauer beschäftigen.

Meine Motivation zu diesem Projekt entstand durch meine eigene Erfahrung, dass der Fußball mir nach dem Tod meiner beiden Kinder die Möglichkeit gegeben hat, Kraft zu tanken, abzuschalten und 90 Minuten allen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Auch heute ist der Fußball für mich immer noch eine wichtige Kraftquelle und Ressource.

Deshalb ist mir dieses Projekt auch eine Herzensangelegenheit. Wohin die Reise damit noch führt ist offen. Momentan arbeite ich an einem Aufsatz zu diesem Thema und freue mich über Hinweise, Fotos, Anregungen und Begegnungen mit Menschen, die sich mit Fußball und Tod/Trauerkultur beschäftigen oder beschäftigen wollen.

Auch wenn Sie Interesse haben, Ihre ganz persönlichen Fußballerinnerungen an die Zeit mit einer verstorbenen Person zu teilen, dann freue ich mich, wenn Sie mit mir ins Gespräch kommen wollen. Ich plane einen Blog, in dem dann die Erinnerungen veröffentlicht werden können (natürlich auf Wunsch anynom und mit Namensänderung oder auch gar nicht). Das besprechen wir dann individuell.

Ich freue mich über alle Rückmeldungen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf unter beratun(at)carmenmayer.de oder rufen Sie mich an unter 030 / 44 67 66 07.

 

Meine Fußballbio:
Mein Herz schlägt für den SV Werder Bremen und für Turbine Potsdam. Dort bin ich auch Dauerkartenbesitzerin.